Betreff Biokratisches Manifest

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir laden Sie ein, ein Vorhaben mitzugestalten, das 2026 in der Nikolaikirche Leipzig zwei Jubiläen zusammenführt: 40 Jahre Gründung der Arbeitsgemeinschaft Menschenrechte in Leipzig und 100 Jahre Eröffnung des Großraum-Planetariums am Leipziger Zoo.

Beide Ereignisse verbindet eine gemeinsame Idee: Die AG Menschenrechte maß ab 1986 den Staat an seinen eigenen Zusagen. Das Netzwerk Rechte der Natur tut heute dasselbe, nur in einem demokratischen Rechtsstaat und für diejenigen, deren Würde die Verfassung noch nicht konsequent schützt: Tiere, Flüsse, Wälder und Ökosysteme. Das Planetarium von 1926 demokratisierte das Wissen über den Kosmos. Doch während wir gemeinsam in die Ferne blickten, übersahen wir das Naheliegende. 2026 wollen wir den Blick nicht nur symbolisch umkehren: Zurück zur Erde und zu den Ökosystemen, die uns tragen.

Am 20. Mai 2026 möchten wir das Leipziger Manifest für Biokratie öffentlich verlesen und zur Unterzeichnung einladen. Um die Demokratie um die Stimme der Natur zu erweitern.

Einladung zur Mitgestaltung

Wir laden Sie herzlich ein: Gestalten Sie die Forderungen des Manifests als Mitautorin oder Mitautor mit. Teilen Sie als Zeitzeugin oder Zeitzeuge Ihre Perspektive auf 1986. Laden Sie andere zur Mitarbeit und Verlesung ein. Oder unterzeichnen Sie das Manifest.

Im Anhang finden Sie ausführlichere Informationen zu den historischen Hintergründen und den Forderungen des Manifests.

Wir würden uns freuen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen.

Herzliche Grüße

Gaionauten e.V. Leipzig in Kooperation mit dem bundesweiten Netzwerk Rechte der Natur e.V.

Kontakt: [email protected]


Anhang: Hintergründe und Details

40 Jahre Gründung der AG Menschenrechte in Leipzig (1986)

Im September 1986 gründeten mutige Menschen in Leipzig im Schutzraum der Lukasgemeinde die AG Menschenrechte. Ihre Strategie nannten sie später legalistische Subversion: Die DDR hatte internationale Menschenrechtsabkommen unterzeichnet (UN-Menschenrechtserklärung, KSZE-Schlussakte), setzte sie aber nicht um. Die AG nutzte diese Verpflichtungen als Spiegel. Sie maß den Staat an seinen eigenen Zusagen und zeigte so die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Dieses beharrliche Wirken über drei Jahre, von der Gründung 1986 bis zum öffentlichen Heraustreten 1988/89, legte einen der wichtigen Grundsteine für die Friedliche Revolution.

100 Jahre Großraum-Planetarium (1926)

Am 20. Mai 1926 eröffnete am Leipziger Zoo das weltweit zweite Großraumplanetarium. 600 Menschen blickten gemeinsam in einen immersiv-künstlichen Kosmos. Damals war das ein Meilenstein der herrschenden Fortschrittsidee und ein demokratischer Akt: Das Wissen über den Himmel wurde für alle zugänglich.